Freie Wähler - Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

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FREIE WÄHLER Sachsen plädieren für andere, kontrollierte Corona-Strategie nach Osterferien

31. März 2020

Medienmitteilung
Nr. 8 vom 31. März 2020

FREIE WÄHLER Sachsen plädieren für andere, kontrollierte Corona-Strategie nach Osterferien

Große: „Gesellschaftliches Leben mit verschärften Hygienevorschriften wieder in Gang setzen“

Die Fachleute sind sich weitgehend einig: Corona verbreitet sich offenbar aggressiver als andere Viren, die Sterblichkeit kann mit Vorerkrankungen und bei Älteren höher sein, mehr Hygiene ist wichtig, eine „Herdenimmunisierung“ sei nötig, die wirtschaftlichen Einbußen können die Unternehmer und Deutschland nicht beliebig lang ertragen.

Die FREIEN WÄHLER Sachsen wollen deshalb eine Umkehr in der Strategie, Kommunikation und Betrachtungsweise. Keiner könne genau sagen, was bei den sogenannten Fallzahlen enthalten ist. Vielleicht auch Fälle jeglicher Grippeerreger und bekannter Atemwegserkrankungen (Erkältungen, Influenza). Die bloße Addition von Fallzahlen schüre unnötig Angst. Vielmehr seien die schweren Fälle, die ins Krankenhaus müssen, zu betrachten und sollten Gegenstand der Berichterstattung sein. Gern auch mit Vorjahresvergleichen, um die Zahlen besser einordnen zu können (Saison 2017/18: allein 25.000 Todesfälle durch Influenza in Deutschland).

Landesvorsitzender Steffen Große: "Wir nehmen Corona ernst und möchten nicht als leichtsinnig gelten. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben muss aber wieder in Gang kommen. Verschärfte Hygienevorschriften sind einzuführen beziehungsweise beizubehalten. Das Zulassen einer kontrollierten Grundimmunisierung der Bevölkerung muss ermöglicht werden, bis ein Impfstoff gefunden und einsatzbereit ist."

Davon ausgehend, dass jüngere Bürger den Covid-19-Erreger besser verkraften und wir keine monatelangen Ausgangsbeschränkungen, die auch mit mehr häuslicher Gewalt und Depressionen einhergehen, wirtschaftlich meistern können, schlägt der <FREIEN WÄHLER Sachsen-Fachausschuss Gesundheit> diese Exit-Strategie nach den Osterferien vor:

1) Schutz der Risikogruppen, ggf. durch Kontakteinschränkungen, Home Office – wie bisher; Zugangsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser (und siehe Punkt 5)

2) Isolierung Kranker und der Kontaktpersonen; wer Symptome hat, bleibt daheim oder geht zu Arzt (Eigenverantwortung!); Tests in amtlicher Hand belassen (Gesundheitsämter)

3) offene Schulen, Geschäfte, Restaurants, Home Office beenden (außer für Risikogruppen wie z.B. Vorerkrankte)  – Normalzustand vor Corona - aber Mindestabstände (und siehe Punkt 5)

4) Veranstaltungen bis 500 Personen wieder zulassen (Theater, Kabarett usw.) - aber Mindestabstände; Großveranstaltungen bleiben ausgesetzt

5) Desinfektionsspender und -Leitlinien an allen öffentlichen Kontaktpunkten: Einrichtungen, Geschäften, Behörden, Heime,... - überwachte Desinfektionsmaßnahmen, geschultes Personal z.B. vor Einkaufszentren

6) Grundimmunisierung so steuern, dass es für schwere Fälle immer genug Intensivbetten und Beatmungsgeräte gibt